Möglicher Zustand des Seins, der durch die Ordnung der Teilung und des Austauschs aufgebaut wird.

 

Traditionell haben wir stark betont, wir selbst zu sein, das eine Subjekt zu sein. Auf dieser Grundlage haben wir auch die Grenzen zwischen Gruppen, uns, der Gesellschaft und Menschen begründet. Alles was nicht das dem Wesen des Subjekts entspricht, ist es eine Unreinheit, die verschwinden sollte. Für die modernen Subjekte jedoch, die sich mit SNS, Virtuelle Charaktere, dem Metaversum, und so weiter amüsieren, ist die Teilung des Subjekts, eine neue Natur, die sich selbst der Teilung erfreut und die Erweiterung unendlicher Möglichkeiten impliziert, unvermeidlich.

 

Kiwan Choi schlägt ständige Teilung und Bewegung vor, um ein soliden Konzepts zu überwinden. Zu diesem Zweck begann er mit einer kinetischen Skulptur zu arbeiteten und übertrug die Bewegung eines Objekts auf die Leinwand. Derzeit konzentriert er sich auf eine neue Serie von Gemälden, die nach den Gesetzen der Zersetzung und des Austauschs von Objekten eine neue Bildsprache komponieren.

 

Seine Arbeit basiert auf persönlichen Erfahrungen auf Spielplätzen. Nicht so sehr wie Seoul, wo er aufgewachsen ist, war Berlin aber trotzdem oft aschgrau. Daher brauchte er etwas Lebhaftes, etwas Buntes. Er ging auf den Spielplatz, um volle, lebendige Zeit festzuhalten und sie als Material zu verwenden. Aber jedes mal, wenn er auf den Spielplatz ging, sahen ihn die Leute seltsam an, wie jemanden, der nicht dahin passt. Von diesem Moment an begann die Geschichte eines erlaubten Lebens. Es ist eine Geschichte über die Grenzen des Individuums und gleichzeitig eine Geschichte über soziale Kategorien. Ein unruhiges, fremdes Leben basierend auf Erlaubnis. Er stellt sich vor, wie diese inneren und äußeren Auffassung und Bilder ohne diese Selbstgerechtigkeit zusammenfallen. Er hofft, dass dies eine Möglichkeit für ein lebendiges Leben ist und nicht für Zerstörung oder Unruhe. Der Zeitraum, in dem während eines Wiederaufbaus bewusst gewisse Dinge zurückgelassen werden, definiert den Rahmen einer Gemeinschaft und bildet eine solide, abgrenzende Mauer gegenüber Anderen, außerhalb dieser. Auf den ersten Blick ist dieser öffentliche Ort einladend und freundlich. Bei genauerer Betrachtung tritt jedoch eine beunruhigende Dualität von Ein und Ausschluss, von Integration und Ausgrenzung zutage, die durch die sichtbaren und unsichtbaren Begrenzungen des Spielplatzes bedingt wird. Die Sicherheitsgrenze, die auch innerhalb des Spielraums einer öffentlichen Gemeinschaft unbewusst gezogen wird, ist ein Hindernis, das nicht leicht überwunden werden kann. Er spürt die Grenzen der verinnerlichten Gemeinschaftskategorien und stellt sich vor, sie aufzubrechen.

 

In seinem Arbeitsprozess vertauscht er ständig die Position von Subjekt und Hintergrund. Feststehende Kategorien wie Vorder- und Hintergrund werden aufgelöst, Grenzen verschwimmen, Farben und Komponenten innerhalb des Bildes werden ausgetauscht. Am Ende verschwindet die Unterscheidung zwischen Subjekt und Hintergrund und existiert als Spur und Bewegung auf der Leinwand. Dadurch sind sie einander gleichgestellt. In einem fortschreitenden Prozess wird das zuvor Dagewesene aufgebrochen, verändert und damit zu einem einzigen Moment, einem Zustand nur aus Linien und Farben, geformt. Es bleibt eine undefinierte Bildsprache, die sich zwischen Konkreten und Abstraktem bewegt. Es gibt kein klares Subjekt mehr, nur ein Phantom, eine offene Form jenseits von Kategorien und Grenzen. Sie werden gemischt und bleiben nur als ‘Zustands Möglichkeit’.

 

Wenn das Innere zum Äußeren wird und fließt, und das Äußere bereits als Inneres existiert, eröffnen sich lebendige Möglichkeiten.